Eigene Identitäten kraftvoll entfalten.
Selbst. Bestimmt.

Bist du ein Junge oder ein Mädchen? Mädchen haben keine kurzen Haare! Jungen empfinden nicht zart!


Und ein Eichhörnchen hat kein Einhorn!
Eilke hörte das oft. Erst war es Eilke etwas unbehaglich, offensichtlich anders als so viele andere Eichhörnchen zu sein, die eben kein Horn hatten. Bald fiel ihm auf, dass die anderen Eichhörnchen sich auch gehörig voneinander unterschieden. Eins hatte längere Ohren, das andere kürzere Beine und das nächste einen dickeren Bauch. Wenn eh alle verschieden sein dürfen, dann auch Eilke! So erfreute es sich an seinem Besonders sein. Immer, wenn Eilke von nun an an einem See vorbeikam und sein Horn sich im Wasser spiegelte, blinzelte es sich selbst zu und war stolz darauf, ein Eichhorn zu sein.

Kinder sind schon früh mit den alltagsrelevanten engen Kategorien für eine Geschlechtsidentität konfrontiert. Erwachsene und Gleichaltrige wenden ihre begrenzenden Zuschreibungen auf sie an und fordern unerbittlich geschlechterstereotypes Verhalten ein. Wer abweicht ist von Abwertungen oder Spott bedroht und riskiert, nicht dazuzugehören.

Insbesondere Kinder, die ein gutes Gespür für sich selbst haben und dazu einen hohe Sensibilität für Ihre Umwelt, kommen in Bedrängnis.

Ihre Not entsteht, wenn sie merken, dass sie dem geforderten Bild nicht entsprechen. Sie erleben sich selbst als vielschichtig und spüren eine große Freude an der Vielfalt ihrer Gefühle, Qualitäten und Verhaltensmustern, die Sie weder als männlich, noch als weiblich, sondern eher als menschlich erleben.

Distinkte, also zwei sich gegenseitig ausschließende Kategorien machen in Ihren Augen wenig Sinn. Anderen Kindern bleibt das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht grundsätzlich fremd oder löst gar Unbehagen aus. Viele dieser Kinder berichten von einer inneren Stimme, die mal leise, mal laut aufbegehrt:

„Hört auf zu wünschen, dass ich anders bin – so wie ihr mich wollt, bin ich nicht! Ich spüre sehr genau, wie ich bin.“

Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter befinden sich in einer besonders vulnerablen Phase, weil sie stark mit dem Erkunden der eigenen Seinsweisen befasst sind. Ältere Kinder haben durch den massiven Druck der Stereotype, also der Annahmen darüber, wie Männer oder Frauen sein sollten, oft gelernt, sich einzuordnen. Für diese große Anpassungsleistung zahlen sie nicht selten einen hohen Preis: Sie unterdrücken oder verleugnen einen wichtigen Teile der eigenen Person und entfalten gewissermaßen nur Ihr halbes Potential. Andere Kinder vertreten Ihr eigenes Sein allen Widrigkeiten zum Trotz. Das kostet meist enorm viel Kraft.

Wir möchten einen Beitrag leisten,
Kinder und deren Eltern bei den
Herausforderungen, die durch die Umwelt
entstehen – nicht durch die Kinder! -
zu unterstützen.

Wir möchten einen Beitrag leisten, Kinder und deren Eltern bei den Herausforderungen, die durch die Umwelt entstehen – nicht durch die Kinder! – zu unterstützen.